Im Jahr 2000 beschloss ich noch einmal eine neue Sprache zu lernen. Die Wahl fiel dabei auf Portugiesisch. In mehreren Superlearning-Kursen bei Marie-Francoise Rosat an der Münchner Volkshochschule lernte ich sehr schnell recht viel. Allerdings handelte es sich dabei um Brasilianisches Portugiesisch. Dass das ein entscheidender Unterschied sein würde, merkte ich, als ich 2001 erstmals nach Portugal fuhr.
In den Folgejahren folgten weitere Kurse, auch bei Vilma de Cunha-Fürstenberg, und bis 2005 jährlich mindestens auch zwei Reisen nach Lissabon. Die gelungene Mischung aus Altem und Jungem, Modernem und Bewahrtem war für mich immer wieder faszinierend. Aber nicht nur die Stadt, sondern auch die Umgebung gefiel mir sehr. Eine meiner Lieblingsspazierstrecken geht von Cascais nach Estoril.
im Hafen von Cascais
Aber auch Queluz und Sintra sind immer wieder einen Besuch wert. Tauchern und solchen, die es gerne wären, sei das Oceonario im Expo-Gelände ans Herz gelegt. Bei schönem Wetter ist die Sicht vom Castelo Sao Jorge genauso eindrucksvoll wie vom Elevador de Santa Justa.
Torre de Belem
Den besten Fado, heute allerdings nur noch auf CD, singt Amalia Rodrigues, der als einziger Frau die Ehre zuteil wurde, im Pantheo Nacional beerdigt zu sein. Seinen Galao trinkt man - zusammen mit Fernando Pessoa - im A Brasileira. Fußballfans kommen bei drei Erstligisten (Benfica, Sporting und Belenses) und fünf großen Fußballstadien genauso auf ihre Kosten, wie die, die amerikanische Einkaufsmalls mögen: An der U-Bahn-Haltestelle Colegio Militar/Luz findet sich sowohl das neue Benfica-Stadion Estadio da Luz, als auch das angeblich größte Einkaufszentrum der iberischen Halbinsel. Wer es mehr mit der Arena Auf Schalke hat, sollte nicht versäumen, Sporting einen Besuch abzustatten. Mit ein bisschen Glück trifft man dort auch auf Luis Figo, den nach Eusebio bekanntesten und beliebtesten portugiesischen Fußballer.
Pascal Mercier Nachtzug nach Lissabon